Bilderanleitung | Wie man einen Reißverschluss einnäht

Einen Reißverschluss einnähen, ist mit ein wenig Übung und dem „richtigen“ Werkzeug garnicht so schwer. Ich finde ein Reißverschlussfuß ist dafür ein Muss in jedem Nähhaushalt.

Ich zeige hier kurz wie es ganz ohne irgendwelche Klebebänder geht, aber mit Stoffklammern. Damit geht es wirklich total einfach.

Ich empfehle diese Stoffklammern wirklich JEDEM Nähanfänger, sie sind so nützlich und viel, viel hilfreicher als Stecknadeln. Vor allem, weil man damit auch nicht ständig die Stoffe so zersticht.

Dies ist meine rein persönliche Empfehlung, es mag nicht jeder damit zu Recht kommen. Aber ich habe sie mir direkt zu Beginn geholt und bereue es bis heute nicht.

Also, um einen Reißverschluss ein zu nähen, ohne diese fürchterlichen Knubbel, braucht ihr ein Nähprojekt und einen Reißverschluss. (Ich benutze eigentlich immer einen Endlosreißverschluss) Um dies zu vereinfachen zeige ich euch das anhand einer einfachen kleinen Schlüsseltasche für den Schlüsselbund.

Bitte lies dir die Anleitung erst einmal komplett durch bevor du mit dem Probestück beginnst.

Ihr benötigt dafür:

  • 4 Stücke Stoff 12cm x 10 cm (also 2 mal für Außen und 2 mal für Innen)
  • 1 Reißverschluss 12 cm (oder Endlosreißverschluss von dem schneidest du dir 12cm ab, fädele aber vorher unbedingt den Zipper auf. Wie das geht, erkläre ich dir hier.)
  • 2 Stücke Stoff (Breite des Reißverschlüsse x 5 cm
  • 1 Schlüsselring
  • 1 kleines Stück Webband ca 5cm
  • Stoffklammern

Die Nahtzugabe beträgt 1cm.

Schneide dir am besten aus deinem Außenstoff, oder einem Farblich passenden anderen Kontraststoff zwei kleine Stücke von 5cm x die breite deines Reißverschlusses zu (in meinem Fall sind das 2,5 cm).

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Markiere dir nun auf deinen zugeschnittenen Stücken die Mitte der 5 cm (also bei 2,5cm).
Jetzt legst du das Stück rechts auf  rechts (also schöne Stoffseite auf schöne Stoffseite) deinen Reißverschluss, stellst eine lange Stichlänge von 3,5 – 4 auf deiner Nähmaschine ein und nähst einmal gerade über die markierte Linie. Verriegele deine Naht am Anfang und am Ende, in dem du 3 mal hin und zurück nähst.

ACHTUNG: Benutze dabei unbedingt eine Starke Nadel, 90, oder 100, sonst bricht diese. Beachte bitte ebenfalls dass das nur mit Reißverschlüssen geht, die eine Plastikraupe haben, bei Metall ist das Risiko sehr hoch, dass die Nadel abbricht. Alternativ kannst du bei einem Metallreißverschluss kurz vor beginn der Raupe aufhören zu nähen und erst HINTER der Raupe wieder mit der Nadel einstechen, das geht am besten wenn du dabei das Handrad vorsichtig drehst und dein Stück dabei etwas hin und her justierst bevor du die Nadel wieder versenkst.

Hast du das Stoffteil an einem Ende deines Reißverschlusses fest genäht, wiederholst du das auch auf der anderen Seite. 🙂

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Klappe nun Stoffstück um und schneide DARUNTER den Reißverschluss ein Stück ab, aber lasse unbedingt ca 0,7 – 1cm von dem Reißverschluss stehen. Sonst dröselt dein Abschluss wieder auf. 🙂

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Nun legst du den Reißverschluss rechts auf rechts auf deinen Außenstoff und darauf deinen Futterstoff. Um dir diesen Schritt zu vereinfachen, kannst du den Außenstoff zuerst an dem Reißverschluss mit Klammern feststecken, dann deinen Futterstoff darauf legen und dann die Klammern so feststecken, dass alle drei Schichten Kante an Kante aufeinander liegen.

Baue dein Reißverschlussfüßchen in die Nähmaschine ein und wenn du kein RV-Füßchen besitzt, stelle die Nadel deiner Nähmaschine so ein, dass sie komplett links und nicht mehr mittig im Füßchen steht.
Jetzt legst du dein Nähstück darunter und nähst an der Reißverschlussraupe entlang. Vergiss vor dem Nähen nicht deine Stichlänge zu überprüfen und stelle sie wieder auf 2,5 – 3.

Achte dabei darauf, dass du NICHT in die Raupe nähst und nicht zu ENG an der Raupe nähst. Aber das spürt man mit etwas Gefühl ganz gut, durch den Stoff, wo das Füßchen lang fahren kann, sodass der Reißverschluss nicht zu eng eingenäht wird. Sonst bekommst du diesen nämlich nicht mehr auf. Wenn du kurz vorm Zipper des Reißverschlusses lässt du die Nadel im Stoff stecken, hebst dein Nähfüßchen an und drehst den Stoff in deine Richtung und ziehst den Zipper auf. Dann klappst du dein Füßchen wieder herunter und nähst die Naht zu Ende. Außerdem musst du darauf achten, am Anfang und am Ende der Naht zu verriegeln, das geht in dem du 3 Stiche vor und zurück nähst.

Hast du dies erledigt, klappst du dein Nähstück auf rechts und bügelst die Kante schön glatt, vom Reißverschluss weg. Dabei gilt zu beachten das der Innenstoff und der Außenstoff gleichmäßig „unter“ der Raupe liegen.

Dann kannst du von außen knappkantig die Naht absteppen, damit der Innenstoff beim Reißverschluss öffnen und schließen sich nicht einklemmt. (Den Zipper kannst du bevor du mit ihm „kollidierst“ wieder aufziehen, wie oben beschrieben).

Das gleiche wiederholst du nun auf der anderen Seite, dafür legst du deinen Außenstoff rechts auf rechts auf den schon am Reißverschlusshängenden Außenstoff und das gleiche machst du beim Innenstoff und klammerst es wieder gerade fest. Dann wiederholst du die Nähschritte von eben. Und Schwupps…  Und schon ist der Reißverschluss eingenäht.

Wie du siehst ist das kein Hexenwerk. Probier es ruhig mal aus. Außer das er etwas schief eingenäht werden kann, kann wirklich nichts passieren.

Aber wir müssen unser Täschchen ja noch fertig nähen.

Also, weiter geht es. Öffne den Reißverschluss, halb oder sogar ganz und lege nun die Außenstoffe und die Innenstoffe rechts auf rechts zusammen und klammere sie fest. Am Außenstoff legst du dabei an einer Seite mittig dein in der Mitte gefaltetes Webband Stück zwischen die beiden Lagen, sodass die Lasche nach „innen“ zeigt und du nur die Enden des Webbands siehst. Daran wird nachher der Schlüsselring befestigt. Achte außerdem darauf dass der Reißverschluss bei zusammenstecken zum Innenfutter zeigt.
(siehe Bilder)

Achtung: Wenn dein Reißverschlussfuß noch eingebaut ist, musst du wieder auf den normalen Nähfuß wechseln. 🙂

Lass dir am Futterstoff eine Wendeöffnung von 5cm (die markierst du dir am besten mit kleinen zarten Bleistift strichen, oder noch besser mit Schneiderkreide).

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Jetzt Nähst du einmal mit 1 cm Nachtzugabe rundherum.

Beginne an der ersten Markierung deiner Wendeöffnung und beende an der anderen Markierung. Verriegeln am Anfang und am Ende nicht vergessen. 😉

An den Ecken, lässt du die Nadel 1cm vor dem Ende im Stoff stecken, hebst dein Füßchen an und drehst dein Stoffstück, dann nähst du weiter.

Ist das erledigt, schneidest du an den Ecken noch den Stoff schräg ab (siehe Bild) und kannst die Nahtzugabe etwas kürzen, aber nicht an der Wendeöffnung. Dann wendest du dein Täschchen durch die Wendeöffung und formst es etwas aus, vor allem an den Ecken, das klappt immer hervorragend  mit einem Essstäbchen.

Fast fertig, Du musst nur noch dein Futter schließen. Schlage dafür die Nahtzugaben an der Wendeöffnung nach Innen und bügele sie fest oder klemme die Stelle kurz fest. Den Rest kannst du knappkantig mit der Nähmaschine machen natürlich mit einem farblich passendem Garn. Ich habe hier extra ein anders farbiges Garn gewählt, damit du die Nähte sehen kannst. Oder du machst eine Zaubernaht. Stecke das Futter in das Täschchen und Bügele es noch mal schön glatt.

Jetzt bringst du noch deinen Schlüsselring an und fertig ist das Täschchen. 🙂

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Ich hoffe die Anleitung hat dir geholfen und die Angst genommen, Reißverschlüsse ein zu nähen.

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